Das erste Anime

Als erstes Anime gilt die Animation "Namakura Gatana" (dt. Das stumpfe Schwert) aus dem Jahre 1917. Es geht in dem Anime um einen Samurai, der ein Schwert kauft, mit diesem aber nicht zurechtkommt und von jedem noch so schwachen Gegner besiegt wird. Klingt simpel? Kein Wunder: Der Animefilm dauert gerade einmal vier Minuten. Nachdem das Werk lange Zeit als verschollen galt, wurde es übrigens erst 2008 in einem Antiquitätenladen in Osaka wiederentdeckt und ist inzwischen auch bei YouTube zu bewundern.

Der einzige Oscargewinner

Auch Hollywood kann sich der magischen Wirkung der Animes nicht entziehen. Seit einigen Jahren schaffen es immer wieder Animefilme zumindest auf die erweiterte Liste für die Oscar-Nominierungen. Bislang ist es allerdings erst einem Animefilm gelungen, den Academy Award zu gewinnen – und zwar "Chihiros Reise ins Zauberland". Bei der Oscar-Verleihung 2003 erhielt das Meisterwerk von Studio Ghibli die Trophäe in der Kategorie "Bester Animationsfilm".

Die Anime-Fankultur

Es gibt Anime-Fans und Anime-Fans – wie immer eigentlich, wenn es um Fankultur geht. Wer ab und zu gerne mal ein Manga liest oder eine Anime-Serie anschaut, der kann sich als Anime-Fan bezeichnen. Wer Anime aber atmet und lebt, der ist ein Otaku. So werden in Japan die echten Anime-Hardcore-Fans genannt. Allzu positiv war und ist dieser Begriff allerdings nicht behaftet. Otaku bedeutet so viel wie "Haus" und bezieht sich darauf, dass eine Person sich so sehr mit ihrer Leidenschaft beschäftigt, dass sie nicht mehr das Haus verlässt. Otakus könnte man also auch als "nerdige Stubenhocker" bezeichnen - wir nennen sie aber einfach echte Fans!

Die westlichen Animes

Wer kennt Zeichentrick-Klassikern wie "Heidi", "Sindbad" oder auch "Kimba, der weiße Löwe" nicht aus seiner Kindheit? Was wohl nur die wenigsten Zuschauer damals wussten: Die Zeichentrickserien sind eigentlich Animes. So wurde "Heidi" vom japanischen Studio Zuiyo Eizo produziert, und zwar unter der Regie von Isao Takahata und mit Hayao Miyazaki als Layouter – den späteren Begründern des Studio Ghibli. Auch "Sinbad" wurde von einem japanischen Studio produziert und "Kimba, der weiße Löwe" basiert sogar auf einer erfolgreichen Manga-Serie aus den 1950ern.  

Die nackten Tatsachen

In Japan ist die öffentliche Darstellung nackter Menschen verpönt – von sexuellen Handlungen ganz zu schweigen! Im Anime fand man aber eine Möglichkeit, solche Handlungen darzustellen, und zwar durch Tentakel. Da es sich hierbei um phallusähnliche Objekte handelt, ist es schon sehr eindeutig, was gemeint ist, wenn sich ein Tentakel einem hübschen Mädchen nähert … Ganz klarer Fall: pervers! Die Sittenrichter konnten dennoch nichts dagegen ausrichten, und auch heute noch tummeln sich in Animes immer noch gerne Tentakel, und es gibt sogar eigene Tentakel-Animes.