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1. Richtig bedanken: domo oder arigatou?

Schon beim "Danke" kannst du auf Japanisch viel verkehrt machen. In Anime-Serien hört man häufig das Wort "domo", wenn sich ein Charakter beim anderen bedankt. In Japan solltest du das tunlichst vermeiden, wenn du nicht gerade im engen Freundeskreis unterwegs bist. Der Grund dafür ist einfach: Japanisch hat viele distinkte Höflichkeitsebenen, die sich aus der Beziehung von Sprecher:in, Gegenüber und Umgebung ergeben.

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Dabei gilt: Je höher gestellt das Gegenüber – oder auch je formeller die Situation – umso respektvoller sollte die Art der Ansprache sein. Lehrer:innen, Arbeitskolleg:innen oder Fremden gegenüber solltest du statt "domo" also lieber das höflichere "arigatou gozaimasu" verwenden und selbst zu Freund:innen ein bisschen höflicher sein, wenn ihr nicht gerade miteinander abhängt sondern beispielsweise auf der Arbeit oder beim Essen mit den Eltern seid.

2. Die richtige Anrede: anata, kimi und omae

Da spricht man jemanden an mit "du" an und hat ihn oder sie schon beleidigt – im Japanischen durchaus möglich. Japanisch hat nämlich keine neutralen Personalpronomen, sondern Worte, die immer etwas zur Beziehung zwischen Sprecher:in und der angesprochenen Person verraten. Die Ausdrücke "anata", "kimi" und "omae" werden sicher einige Leser:innen schon mal in Anime gehört haben, in denen sie dann als "du" übersetzt werden. Sei im Alltag vorsichtig damit!

Der erste Ausdruck ist neutral, aber etwas direkt, der zweite kann auch eine innige Beziehung andeuten und der dritte klingt von oben herab (den kanst du verwenden, wenn du einen Streit vom Zaun brechen willst). Auch "kisama" oder "temee" haben die Bedeutung von "du", klingen aber beleidigend. Wenn du eine Person direkt ansprechen willst, verwendest du im Japanischen am besten ihren Nachnamen und hängst die Höflichkeitsendung "-san" an. Damit machst du nichts verkehrt.

3. Say what? Die Bedeutung von Nani

Mit "nani" verhält es sich genau wie mit dem deutschen Wörtchen "was". Korrekt in einen Satz eingebaut, kann man damit eine ganz normale Frage formulieren. Wirft man seinem Gegenüber aber einfach nur ein "Was?" an den Kopf, ist das ganz schön unhöflich. Hat man also das zuvor Gesagte nicht verstanden, sollte man stattdessen lieber höflich um eine Wiederholung bitten: "Wakarimasen. Mou ichido itte kudasai."

4. Shikatanai - eine wichtige Redewendung 

Eine typisch japanische Redewendung ist "shikatanai" oder "shikata ga nai". Diese wird vor allem genutzt, wenn etwas Unvorteilhaftes passiert ist, an dem man aber nichts mehr ändern kann und sich damit abfinden muss. Bedeutung: Da kann man nichts machen. Oder: Was muss, das muss.

5. Sterben und schweigen lassen in Animes

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Wer viele Shounen-Anime schaut, kennt sicher Ausdrücke wie "shine" oder "damare". "Shine" bedeutet "stirb!", "damare" so viel wie "Halt die Klappe!". Beides solltest du unter keinen Umständen zu eurer Mutter sagen. Aber ganz allgemein: Diese direkte Befehlsform ist – wie so ziemlich alles Direkte – im Alltagsjapanischen viel zu unhöflich. Es gibt eine Menge indirektere Konstruktionen: Wenn du im Anime etwa Formulierungen mit "te kudasai" oder "de kudasai" hörst, ist das eine davon. Sie entspricht in etwa unserem "bitte".

6. Reden ist Silber, Schweigen ist Urusai

Eine andere Art jemandem zu sagen, dass er oder sie nervt und bitte den Mund halten soll, ist die Verwendung von "urusai". Das bedeutet so viel wie laut oder nervig. Wird es allerdings allein stehend verwendet, kommt es einem "Halt die Klappe!" gleich.

7. Beliebte Beleidigungen in Animes

Baka: Dieser Begriff taucht in so ziemlich jedem Anime einmal auf und daher kennt auch fast jeder Fan seine Bedeutung: Dummkopf oder Idiot. Es ist eines der beliebtesten Schimpfworte auf Japanisch. "Aho" hat die gleiche Bedeutung, wenn du Leute etwas abwechslungsreicher beschimpfen willst. Wie in Deutschland gilt allerdings auch in Japan, dass man sich mit solchem Vokabular in der Öffentlichkeit zurückhalten sollte.

8. Das bekannte Schimpfwort

Ebenso verhält es sich mit dem kleinen Wörtchen "kuso". Seine Entsprechung im Deutschen lautet "Scheiße". Wie bei allen anderen Schimpfwörter auch musst du slebst entscheiden, ob du als Rüpel angesehen werden möchtest. Falls ja, benutzen!

9. Kinder in Animes titulieren

Mit "gaki" werden in der japanischen Umgangssprache ungezogene Kinder bezeichnet. Das Wort bedeutet "Gör" und ist dem Angesprochenen gegenüber nicht sehr respektvoll.

10. Drohen oder doch lieber herumblödeln? 

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Bei "fuzakeruna" handelt es sich um eine unfreundliche Art zu sagen: "Leg dich nicht mit mir an!" oder "Sei nicht dumm!". Ursprünglich kommt es vom Verb fuzakeru, was so viel bedeutet wie herumblödeln oder witzeln. In Anime wird es aber häufig in Kampfszenen dem Gegner als Drohung entgegengerufen. Wenn du dich gerade nicht in einer gezeichneten Umgebung befindest, verwende das Wort bitte nicht.

Japanisch ist eben kompliziert – und erfordert mehr Feingefühl als nur "omae wa mou shindeiru" zu schreien. Allein durch das regelmäßige Schauen von Anime wirst du aber sicher trotzdem bald einige Wörter und Ausdrücke verstehen, auch wenn du die japanische Sprache nicht vollständig beherrscht. Animejapanisch hat oft, je nach Serie und Genre, einen eigenen Stil – manchmal sehr direkt, manchmal sehr höflich –, der sich nicht ganz in den Alltag übertragen lässt. Solltest du wirklich Japanisch lernen wollen, empfehlen wir einen Sprachkurs an der Uni oder einer Volkshochschule in eurer Nähe. Ganbatte kudasai!

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