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Kommandant
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Die grundlegende Ausgangshandlung hat sich seit 1974, als die erste Staffel der ersten Serie von Leiji Matsumoto erschien, nicht verändert: Die Menschheit steht zu Beginn unter Beschuss der außerirdischen Gamilas und ihr bleiben nur noch rund 365 Tage bis zu ihrer Vernichtung.

Mit technologischer Hilfe des mysteriösen Volkes der Iscandarer, das der Erde Rettung verspricht, wird das Weltraumschlachtschiff "Yamato" gebaut. Das schnellste und schlagkräftigste Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, basiert auf dem im Zweiten Weltkrieg gesunkenen Kriegsschiff der japanischen Marine. Unter der Führung von Kommandant Juzo Okita und Taktik-Offizier Susumu Kodai bricht eine Crew nach Iscandar auf und stößt auf dieser für die Menschheit so schicksalhaften Reise immer wieder auf heftige Gegenwehr.

Vom Misserfolg zum Kult: Die erste Serie 1974

Als der Anime 1974 erstmals im japanischen Fernsehen lief, sah noch wenig nach einem großen Erfolg aus. Die Produktion hatte früh ihr Budget überschritten und dazu konkurrierte sie zur selben Sendezeit auch noch gegen das äußerst beliebte und bis heute bekannte Alpenmädchen "Heidi". Die Einschaltquoten vielen eher enttäuschend aus. Aus ursprünglich 39 geplanten Episoden wurden deshalb erst einmal nur 26.

Vieles deutete darauf hin, dass ein ernsthaftes Science-Fiction- und Space-Opera-Format in Zeichentrick eine fixe Idee unter vielen bleiben würde, an die sich schon bald niemand mehr erinnern würde. Und das obwohl der Kalte Krieg um den Weltraum nicht zu übersehen und die Mondlandung von 1969 ein weltweit verfolgtes Ereignis gewesen war! Neue Folgen von "Space Battleship Yamato" wurden somit vorerst nicht geplant und die alten Episoden liefen nur gelegentlich in Wiederholungen. Die wegfallende Konkurrenz von "Heidi" sorgte jedoch dafür, dass plötzlich immer mehr Zuschauer Notiz von der Serie nahmen und erste Fanclubs aus dem Boden schossen.

Der Bezug zum Zweiten Weltkrieg und zur realen "Yamato"

Yamato 2
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Das Format entwickelte sich zur beliebtesten Serie im japanischen Fernsehen und erreichte ein breiteres Publikum. Ein Schlüssel hierfür war, dass die Handlung leicht zu verstehen, die Charakterentwicklung aber vielfältig war. Geschickt wurde in einem futuristisch-galaktischen Umfeld auf die Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg angespielt, was nicht zuletzt die Reaktivierung des lange im Geheimen geplanten, hochgerüsteten Kriegs- und Kommandoschiffs "Yamato" verdeutlichte.

Das Schlachtschiff war 1945 in der letzten operativen japanischen Seeschlacht auf ein nahezu aussichtsloses, von den Machthabern heroisiertes, Himmelfahrtskommando gegangen, bei dem es versenkt wurde und rund 2.500 Menschen starben. Mit der Thematisierung von Mord und (teils sinnloser) Selbstopferung ging "Space Battleship Yamato" bereits in den 1970er-Jahren deutlich offener mit dem Thema Pflichtbewusstsein, Loyalität und Tod um als vergleichbare Serien zu dieser Zeit.

Internationaler Erfolg als "Star Blazers"

Der verspätete Erfolg der Serie veranlasste Co-Produzent Yoshinobu Nishizaki dazu, aus den 26 erschienen Folgen eine Spielfilmfassung (mit alternativer Zeitlinie) zu kreieren, die 1976/77 als "Space Cruiser" weltweit erschien. Der Streifen entwickelte sich bei Teenagern und jugendlichen Erwachsenen zum Renner. Japanische Kinos registrierten 2,3 Millionen Zuschauer, lange Schlangen und Rekordeinnahmen an den Kassen. Der 1978 folgende zweite Film, der ebenfalls abweichende Handlungen und neue Gegenspieler mit sich brachte, übertraf das sogar noch mal. Begünstigend kam der zeitgleiche internationale Kinoerfolg des ersten "Star Wars"-Streifens hinzu, welcher jedoch im asiatischen Raum weniger besucht wurde als "Space Battleship Yamato". Science Fiction war jetzt in, Merchandising-Produkte der letzte Schrei. Neue Anime-Magazine gründeten sich und vergrößerten den Durst der Fans nach mehr Content.

Diesem Wunsch kamen die Produzenten von "Space Battleship Yamato" schnell nach: Bis 1981 liefen zwei weitere Staffeln mit insgesamt 51 Folgen im japanischen Fernsehen. Ein dritter Kinofilm leitete 1980 die dritte Staffel ein, ein vierter Streifen sollte die Geschichte vorerst für viele Jahre zum Abschluss bringen. Das Franchise schwappte auch in Richtung USA über, in denen 1979 unter dem Namen "Star Blazers" zwar eine zusammengeschnittene, kindergerechtere Version lief, aber die japanische Herkunft des Formats erstmals nicht überspielt wurde. Als ungewöhnlich für das amerikanische Publikum erwiesen sich die langsamen Kamerafahrten und unerwarteten Kameraschwenks aus naher Entfernung. So wurde

Die Yamato bricht zu weiteren Kinoabenteuern auf

Besatzung Yamato
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Die Geschichte um das Kriegsraumschiff "Yamato" war aber noch lange nicht zu Ende erzählt. Zwischen 1994 und 1996 erschienen vier Teile der Original Video Animation "Yamato 2520" und behandelten einen deutlich späteren Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte. Weitere fünf OVAs mit dem Titel "Dai Yamato Zero-go" folgten 2004 bis 2007. 2009 vervollständigte ein zusätzlicher Kinofilm die Rahmenhandlung der Ursprungsserie und nahm dabei Bezug auf den Streifen von 1983. Ein Jahr später folgte eine Realverfilmung mit Produktionskosten von 24 Millionen Dollar, mit stärker abgeänderter Handlung und neu interpretierten Hauptcharakteren.

Zu einer Neuadaption des Franchises kam es dann 2012. Die originale Geschichte um die "Yamato" erschien in Form von acht Kinofilmen, die Auftakt für weitere Filme und Serien wurde. 2013 wurden die acht Filme als Serie im japanischen Fernsehen veröffentlicht, die nun auch erstmals im Free-TV bei ProSieben MAXX zu sehen sein wird. Dabei können wir uns auf kleinere, tiefergehende Änderungen der Ursprungsgeschichte, zahlreiche neue Charaktere und einen moderneren Animations-Stil freuen, ohne dass "Space Battleship Yamato" seinen klassischen Reiz verliert.