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So richtig an den Nagel gehängt haben Fury In The Slaughterhouse ihre Karriere nie: Die Bandmitglieder hielten den Kontakt, zwei von ihnen gründeten die Band Wingenfelder und auf diversen „Heimspiel“-Konzerten in Hannover bedankten Fury sich in den letzten Jahren vor ihren immer noch treuen Fans. Schon bei den Proben merkten Kai Wingenfelder (Sänger), Thorsten Wingenfelder (Gitarre), Christof Stein-Schneider (ebenfalls Gitarre), Rainer Schumann (Schlagzeug), Gero Drnek (Keyboard, Gitarre und auch mal die Mandoline) und Christian Decker (Bass), dass sie als Band immer noch sehr gut funktionieren und sehr gerne Musik machen. Und dann war da noch die Erfahrung, die Drummer Rainer Schumann ganz gut auf den Punkt brachte in einem Interview: „Dieser Blick von der Bühne ins Publikum war ausschlaggebend für mich – du guckst da in die Augen von Leuten und siehst: Shit, denen ist das richtig wichtig.‘“ Gitarrist Christof Stein-Schneider sagte im gleichen Interview ganz treffend und mit Hannoveraner Understatement in der Stimme: „Es ist ja teilweise erschreckend, was Kai für Texte geschrieben hat. ‚Every Generation Has It’s Own Disease‘ oder ‚Time to Wonder‘ sind heute aktueller denn je.“

Diese Erkenntnis und die Erinnerung an ihre gefeierte Autokino-Show in diesem Jahr führten Fury In The Slaughterhouse zur Idee, ihren größten Hit noch einmal so einzufangen, wie sie ihn auf diesen Konzerten spielten. In einem Live-Video sieht man die Band auf einer dunklen Bühne, die Gitarren klingen ein wenig rauer, die Melodie bleibt groß – und Kai Wingenfelders Stimme hat noch immer dieses vom Leben angeraute Timbre, das einen schon damals faszinierte. 

Dieses Geschenk an ihre Fans ist jedoch nur ein kleines, nostalgisches Innehalten. Denn in den letzten Jahren merkten Fury In The Slaughterhouse vor allem: Selbst wenn ihre großen Hits aus den Neunzigern wie „Radio Orchid“, „Every Generation Has It’s Own Disease“ und natürlich „Time to Wonder“ sehr gut gealtert sind, hatten sie auch noch die Motivation, neue Lieder zu schreiben. Sänger Kai Wingenfelder erklärt: „Wir kennen uns teilweise seit unserer Jugend, wir sind zusammen durch Amerika getourt, haben Millionen Alben verkauft – das schmeißt du nicht einfach so weg.“ Und Gitarrist Christof Stein-Schneider meint: „Oft merkt man ja erst, was Dinge wert sind, wenn man sie nicht mehr hat. Wir waren seit über zehn Jahren nicht mehr im Studio, unter anderem auch, weil wir dort zu oft aneinandergerieten. Das hat sich gelegt. Wir haben alle zehn Jahre lang mehr Musikmachen auf dem Buckel, und das eben nicht als Fury-Mitgleid, sondern in eigener Regie. Da lernt man doch eine Menge.“

Mit dieser neuen Energie und Harmonie waren sie nun mit Die-Toten-Hosen-Produzent Vincent Sorg im Studio, um ihr erstes Album seit 13 Jahren aufzunehmen. „NOW“ wird es heißen und im Frühjahr 2021 erscheinen. Die ersten, bei uns bereits vorgestellten Singles „Sometimes (Stop To Call)“ und „The Beauty“ machen dabei schon Lust auf mehr. Es bleibt also eine spannende Rückkehr – einer Band, die Autor, Songwriter und Sänger Thees Uhlmann kürzlich sehr treffend so bezeichnete: „U2 aus Niedersachsen – aber zum Anfassen.“

Das offizielle Video