- Bildquelle: Ben Baumgarten © Ben Baumgarten

Das Straucheln zwischen nächtlichen Kneipentouren und Sonnenaufgängen am Hafen, das Image des Straßenköters mit Herz und Charisma, das raspelnd und kraftvolle Heraussingen der Gefühle – all das gehört zum Image und zum Erfolg von Georg Stengel. 2015 wurde er mit seiner starken Stimme, gutem Humor und einem schrägen Ausdruckstanz zum unwahrscheinlichen Darling der „The Voice of Germany“-Fans. Damals reichte es nicht zur Teilnahme, was ihn aber nicht davon abhielt, 2016 wieder auf der Matte zu stehen.

Nach „Holterdiepolter“ an der Seite des Duos Anstandslos & Durchgeknallt 2018 und seiner Debüt-Solo-Single „Mars“, die er kürzlich noch einmal als Duett mit der TikTok- und YouTube-Prinzessin Julia Beautx veröffentlichte, machte Georg Stengel mit der Ballade „Mein Zuhause“ den nächsten Schritt Richtung Solokarriere. 

Die Single hat, und das ist natürlich als Kompliment gemeint, harte AnnenMayKantereit-Vibes, ohne ein müder Abklatsch zu sein. Georg erzählt in dem autobiografisch inspirierten Lied von einer Freundschaft, die auseinanderbrach, als man sie besonders brauchte. „Was ist zwischen all den Kneipen und dem Jetzt passiert, wo hab‘ ich dich denn verloren, wo hab ich dich nicht mehr kapiert?“, fragt sich Stengel zur akustischen Gitarrenmelodie, bis sich der Song dann im Refrain bitter, aber zugleich kämpferisch aufbäumt: „‚Du bist mein Zuhause‘, hast du zu mir gesagt. Und jetzt, wo ich dich brauche, bist du nicht mehr da.“ Seinem Label erzählte Stengel: „Ich weiß nicht mal, ob er jetzt mein bester Freund oder Ex-bester-Freund ist, aber Fakt ist, wir kannten uns auswendig. Ich kannte ihn besser als mich selbst.“ Produziert wurde „Zuhause“ von Kraans du Lutin  und Vitali Zestovskih, den viele unter seinem DJ-Projektnamen VIZE kennen dürften. Da lag es irgendwie nahe, den Song noch einmal komplett in die Klangwelt von VIZE zu übersetzen. Im Remix wird „Mein Zuhause“ so zur tanzbaren Hymne auf verflossene Freundschaften. Es ist ein Lied, dass körperliche Euphorie verlangt, während man im Kopf gern melancholisch bleiben kann. Ein Kontrast, der in der Disco oder abends auf einem EDM-Festival ja schon immer gut funktionierte. 

„Mein Zuhause“ sei allerdings generell für all jene gedacht, die einen wichtigen Menschen verloren haben, stellt Georg Stengel klar: „Das kann der beste Freund sein, die Freundin, der Hund – zu Hause ist ja keine Wohnung oder Haus, sondern das Gefühl, wenn man jemanden hat.“ Um Georg selbst müsse man sich auch nicht sorgen: Er habe mit seiner Freundin Jen ein neues Zuhause gefunden. 

Das offizielle Video