- Bildquelle: Antoine Melis © Antoine Melis

Es ist das Schlussstück zu seinem Album "Tumult": das letzte Lied aus diesem Album, das als Single erscheint. Man kann es wie ein Resümee hören, aber auch wie einen Ausblick auf Neues, wie einen neuen Aufbruch.

"Tumult" handelt von den schwierigen Zeiten, in denen wir leben, aber auch von der Frage, wie wir in diesen schwierigen Zeiten nicht bitter werden und hart, sondern standfest bleiben können und offen und treu sein zu dem, was uns zu Menschen macht.

Wenn uns das gelingt, sind wir dann vielleicht Helden?

Das ist die Frage, die Herbert Grönemeyer in "Der Held" stellt, und zur Beantwortung dieser Frage beugt er sich scheinbar tief in die Vergangenheit zurück und in die wohligen Welten der Nostalgie: Er spielt einen Cha-Cha-Cha mit schwelgenden Streichern, und er zeigt sich als Pilot aus den goldenen Zeiten der Luftfahrt, aus einem rosaroten Doppeldecker lässt er Rosen der Liebe auf die Welt niederregnen. Das ist ironisch und zugleich auch nicht, denn durch das Unzeitgemäße dieser Ästhetik lugt etwas Überzeitliches hervor: So wie Grönemeyer sich hier zu einem Helden der Liebe macht, so zeigt er uns, dass man zu einem wahren Helden überhaupt nur durch die Liebe zu werden vermag. Zu einem Helden macht man sich nicht selber, das Heldensein wird einem geschenkt. Es wird einem geschenkt von einem liebenden Menschen, für den man sich öffnet, zum Helden wird man nicht durch männliche Stärke; zum Helden wird man durch Weichheit und durch die Gabe, sich öffnen zu können und sich verletzlich zu machen; denn wer nicht verletzlich ist, kann auch nicht lieben.

"Der Held" handelt von der Liebe und von ihrer Kunst: von der Kunst des Lieben-könnens und des Sich-lieben-lassen-könnens. 

Wer sich in diese Kunst einzuüben versteht, ist vielleicht ein bisschen besser gewappnet gegen den Tumult, in dem wir leben.

Das offizielle video