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Trennungslieder sind im Pop ja eine ganz eigene Geschichte. Es gibt zwar viele gute, aber einige sind doch sehr von Misogynie geprägt. Egal ob alternde Rockstars, oder aktueller Deutschrap-Nachwuchs: Kaum singt ein Mann von Trennung, weiß man, wer schuld ist. Viele dieser Lieder sind dabei – das darf man ruhig mal feststellen – über die Jahre nicht gut gealtert. Das wird LOUA mit ihrer Debütsingle „Liegt nicht an mir“ nicht passieren. Sie stellt schon gleich in den ersten Zeilen fest: „Es liegt nicht an mir, es liegt an dir / Ich kann mal ganz sicher nichts dafür, dass du mich heute Nacht verlierst / Gib dir mal schön selbst die Schuld dafür / Denn es liegt nicht an mir, es liegt an dir.“ Ihre klare, selbstbewusste Stimme wird dabei von gut abgeschmeckten elektronischen Popsounds umspielt, die sich angenehm zurückhalten. Ein Ohrwurm mit Rückgrat, der sicher nicht zufällig zur ersten Single von ihr geworden ist. Louisa Bücheler alias LOUA sagte dazu in einem Interview: „Erst einmal ist es mir sehr wichtig, dass ich jetzt und in Zukunft nicht fehlinterpretiert oder falsch eingeschätzt werde. Ich bin eine starke Persönlichkeit und lasse mich nicht gern unterbuttern – genau diesen Eindruck soll meine erste Single vermitteln. Ich habe eine emanzipierte Herangehensweise an mein Leben und deshalb auch an meine Karriere. Und ich bin sehr direkt und sehr ehrlich. Ich hatte mal einen Typen, der per SMS mit mir Schluss gemacht hat. Ich war eine Woche traurig und habe dann gedacht: ‚Warum eigentlich? Das ist kein Verlust.‘ Diese Mentalität will ich mit diesem Lied ein bisschen streuen, auch weil ich glaube, dass sich viele Frauen manchmal nicht trauen zu sagen: ‚Hey, ich find‘ mich eigentlich ganz geil!‘ Oder das vielleicht gar nicht fühlen. Da ich manchmal auch mit meinem Selbstbewusstsein struggle, finde ich es sehr wichtig, dass es Trennungslieder mit dieser optimistischen, starken Position gibt.“

Eines sollte man außerdem wissen: Obwohl LOUA eine Newcomerin ist, ist sie keine Newcomerin im eigentlichen Sinne. Zwar arbeitet sie gerade mit den Diamond-Platin-Gold ausgezeichneten Produzenten/Autoren Tobias Röger (Christina Stürmer, Max Giesinger) und Serhat Sakin (Helene Fischer, Glasperlenspiel) an ihrem Debüt, aber sie hat sich schon anderweitig einen guten Namen gemacht. Live-Auftritte hatte sie schon etliche als Sängerin einer Coverband bestritten und dank ihres Gesangslehrers Thomas Grube (DERGRUBE), der sie mit besagtem Tobias Röger bekannt machte, tauchte sie in die Welt der Songwriting-Camps ein. Dort lernte sie, kreativer Teil von modernen Popsong-Produktionen zu sein, die eben oft im Team entstehen. Sie war an internationalen Veröffentlichungen wie „New Heights“ von NOEP (#1 Airplay 2019 in Estland und ausgezeichnet mit dem Estonian Music Award) beteiligt oder „Knee Deep“ des Brasilianers FTampa. Außerdem schreibt sie für und mit Künstlern wie Yvonne Catterfeld, Vanessa Mai oder Julia Beautx sowie mit erfolgreichen deutschen Songwritern und Produzenten, unter anderem Jens Schneider, Jules Kalmbacher und Jumpa. Eine bei ihren zahlreichen Fans auf TikTok beliebte Clip-Reihe heißt deshalb auch „Songs, an denen ich mitgeschrieben habe“. 

Überhaupt ist es sehr interessant, LOUA bei TikTok zu folgen. Hier hat sie knapp 150 K Follower:innen und zahlreiche Videos, die belegen, was für eine tolle Sängerin und Texterin sie ist. Vor allem letzteres muss man bei TikTok erst einmal schaffen. LOUA schrieb und sang dort Songantworten auf Trennungslieder anderer, oder sie nahm sich ein Original, dass sie liebte und baute ihren eigenen Twist und ihre eigene Strophe dazu. Wie smart und toll das klingen kann, hört man zum Beispiel, wenn sie „Ich will nur, dass du weißt“ von SDP in einer positiven Version ansingt, „Still“ von Jupiter Jones zu einer Liebeserklärung wird, oder man dank LOUA mal hört, was die Frau so fühlt, über die Sido „Mit dir“ singt. Schön, dass man LOUAs Skills jetzt also endlich auch an eigenen Songs ablesen kann.

Das offizielle Video