- Bildquelle: Deutsche Grammophon © Deutsche Grammophon

Wer eine fantastische, anspruchsvolle TV-Serie sieht, hat gute Chancen dabei auch Max Richter und seiner Musik zu begegnen. Der im deutschen Hameln geborene, britische Komponist hat nämlich zum Beispiel die Musik komponiert für „The Crown“, „Bridgerton“, „The Leftovers“ und „Meine brillante Freundin“. Auch Kinofilme wie das atmosphärische Sci-Fi-Drama von und mit Brad Pitt „Ad Astra“ wurde von seiner Musik veredelt. Aber Max Richter begeistert auch mit anderen Projekten, wie zum Beispiel seinen „Voices“-Alben, auf denen berühmte Stimmen die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ verlesen, während Richter sie mit erhabenen, sphärischen Sounds umspielt. Eines seiner erfolgreichsten Alben jedoch war im Jahr 2012 „Vivaldi Recomposed“, für das er Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ in ein modernes Gewand kleidete.

Nun widmet sich Max Richter erneut diesem Meisterwerk des Barock und wagt einen neuen Ansatz. Gemeinsam mit den Musikern des Chineke! Orchestra und der Violinistin Elena Urioste taucht er jetzt noch tiefer in die faszinierende Klangwelt des bahnbrechenden Werks ein. Die neue Version „The New Four Seasons“ spielen sie auf originalen Streichinstrumenten aus Vivaldis Zeit und der „Stradivari unter den Synthesizern“ – einem frühen Moog aus den 70er-Jahren.

Warum lässt ihn diese Musik nicht los? Das erklärte Max Richter in einem Interview zum Album so: „Ich verfiel Vivaldis ‚Die vier Jahreszeiten‘ schon in meiner Kindheit. Es ist so faszinierende, attraktive Musik. Sie hat fantastische Melodien, großes Drama, ist sehr dynamisch, hat tolle Bilder.“ Eine Weile habe er gedacht, das sei die größte Musik der Welt. Aber dann, als Max Richter älter wurde, habe er sie überall gehört: in der Werbung, im Büro seiner Versicherung – und plötzlich habe er sie gehasst. „Das Projekt ‚Vivaldi Recomposed‘ ist für mich eigentlich eine sehr persönliche Rettungsmission – ich will diese Lieder in ihre natürliche Umgebung zurückführen. Und das habe ich für mich persönlich geschafft, in dem ich sie quasi von ihrem Innersten ausgehend erforscht habe – ich habe sozusagen einen Road Trip durch die musikalischen Landschaften von Vivaldi gemacht.“

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