- Bildquelle: Grand Hotel van Cleef © Grand Hotel van Cleef

Der „Club 27“ ist eine erlesene Gesellschaft. Voller Genies. Großer Stimmen. Und harten Schicksalen. Denn der Name steht für eine Riege von Künstlerinnen und Künstler, die allesamt im Alter von 27 Jahren verstarben – oft in der Blüte ihres Schaffens. Den Anfang nahm der Club angeblich mit dem Tode von Robert Johnson im Jahr 1938. Er war ein schwarzer, amerikanischen Bluesmusiker, der zwar in seinem Leben nur rund 50 Songs aufnehmen konnte, damit aber nicht nur den Blues sondern vor allem den frühen Rock’n’Roll prägte. Spätere Mitglieder im „Club 27“ waren zum Beispiel Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Amy Winehouse oder Kurt Cobain. Am Todestag des letztgenannten erschien auch der Song „Club 27“ von Thees Uhlmann und Benjamin von Stuckrad-Barre. Dort heißt es im Refrain: „Im Club 27 / In der Bar, die niemals schläft / In die Jukebox wirft man Träume / Und der ganze Laden schwebt / Da kommst du nur rein, wenn du zu früh gehst / Ich sag: ‚Okay, da komm ich wohl zu spät‘“.

Thees Uhlmann, wohl einer der spannendsten Songwriter und Texter des Landes, ist hier mal nur in der Rolle des Performers. Uhlmann, dessen letztes Album „Junkies und Scientologen“ nur knapp den Thron der Albumcharts verpasste, textet selbst oft ein wenig detaillierter und wortreicher, als es Benjamin von Stuckrad-Barre hier tut. Aber der Autor und ehemalige Rolling Stone-Schreiber, der mit seinen Büchern „Soloalbum“ und dem autobiografischen „Panikherz“ die deutsche Pop-Literatur erst mitbegründete und später gut ins Alterswerk überführte, weiß, worüber er hier schreibt. Vor allem „Panikherz“ erzählte schonungslos von den Leiden aber auch den Freuden der Sucht, die Benjamin von Stuckrad-Barre auch oft genug sehr nah an jene Tür führten, durch die der „Club 27“ zu früh geschritten ist. Der Autor sagt selbst über „Panikherz“, er habe darin „seine beharrlichen Bewerbungsversuche auf Clubmitgliedschaft verhandelt“.

Für das Lied „Club 27“ formulierte er diese Zeit so: „Jahrelang hab ich es versucht / Die letzte Reise fest gebucht / Getestet, wie viel Gift man so verträgt / Ich taumelte am Abgrund lang / Kübelweise Zaubertrank / Ein Wunder, dass mein Herz noch so häufig schlägt.“ Der Text entstand allerdings schon vor einigen Jahren. Benjamin von Stuckrad-Barre schrieb ihn gemeinsam mit Robin Grubert – im Garten des Hotels Sunset Marquis, wie es die eigene Legende will. Das sei ein paar Tage vor seinem Umzug ins legendäre Chateau Marmont gewesen, wo er damit begann das schonungslose „Panikherz“ zu schreiben.

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