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Geradlinig und trotzdem eigensinnig – Alles über John Harbaugh

NFL-Coach John Harbaugh

Der Blick auf John Harbaughs Leben macht eines deutlich: Die Karriere im Profi-Football wurde dem heutigen Head Coach der Baltimore Ravens in die Wiege gelegt. Alles über den NFL-Coach gibt's hier.

Der Super-Bowl-Ring der Baltimore Ravens
Für den Sieg im Super Bowl erhält das Team einen Ring © iStock

Harbaughs Vater, Jack, war leidenschaftlicher Trainer im College Football und brachte dem Sohn das Handwerk praktisch von der Pike auf bei. Auch Harbaughs Bruder ist in der NFL eine große Nummer: Zunächst spielte Jim Harbaugh selbst als Quarterback bei den Indianapolis Colts und fungierte anschließend als Head Coach bei den San Francisco 49ers. John Harbaugh erreichte als Spieler zwar nie die Größe seines jüngeren Bruders, konnte sich als Trainer aber mit viel Ehrgeiz und jeder Menge harter Arbeit fest etablieren. Der Sieg beim 47. Super Bowl mit den Ravens war dementsprechend nicht die einzige Auszeichnung, die Harbaugh kassieren konnte. Alle wissenswerten Infos über den geradlinigen Trainer gibt es hier.

Der Karrierebeginn – John Harbaugh fängt ganz unten an

Vorgezeichnet durch die Karriere des Vaters, begann auch Harbaugh in seiner Kindheit mit dem Football-Training. Schon während der High School zeichnete sich jedoch ab, dass seine sportlichen Leistungen weit hinter seinen eigenen Ansprüchen zurückbleiben würden. Als Defensive Back hatte er wiederholt mit Knieproblemen zu kämpfen, weshalb er die aktive Sportlerkarriere nach dem College an den Nagel hängte. Doch dem Sport selbst drehte er keineswegs den Rücken zu. Stattdessen begann er seine Trainerkarriere unter den Augen seines Vaters. Er wurde Mitglied von dessen Trainerstab an der Western Michigan University und entschied sich gegen seine eigentlich geplante Karriere als Jurist. Unter den Fittichen seines Vaters lernte Harbaugh alles über das Trainersein – drei Jahre lang beobachtete er ihn bei der Aufstellung von Trainingseinheiten und diskutierte strategische Pläne und Taktiken mit ihm. Anschließend arbeitete Harbaugh sich immer weiter hoch: Von der College Football-Betreuung der Tight Ends in Pittsburgh bis hin zum Special Teams Coordinator in Indiana.

Der Sprung in die NFL – Harbaugh coacht als Assistenztrainer

An der Indiana University war John Harbaugh nicht lange aktiv, denn schon nach einem Jahr bekam er ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte: Die Philadelphia Eagles klopften an seine Tür und Harbaugh übernahm auch dort den Posten des Special Teams Coordinators. Es folgten ein paar sehr erfolgreiche Jahre, die Harbaughs Karriere einen zusätzlichen Push verliehen: Dreimal in Folge landeten die Eagles im NFC Championship Game und dreimal scheiterten sie knapp gegen andere Teams. Im Jahr 2004 konnten sie den NFC-Titel dann endlich gewinnen und lieferten somit das erste Karriere-Highlight für Harbaugh.

Die Baltimore Ravens – John Harbaugh findet ein Zuhause als Trainer

Kurze Zeit nachdem Harbaugh bei den Eagles die ersten größeren Erfolge erlangte, wurde ihm erneut eine Position angeboten, die er nicht ablehnen konnte: Die Baltimore Ravens wollten ihn 2008 als Head Coach verpflichten. Dies war insofern erstaunlich, weil Harbaugh bis dahin keinerlei Erfahrung im Coaching der Defense oder Offense zu verbuchen hatte – normalerweise ein Muss für all diejenigen, die eine Karriere als Head Coach eines NFL-Teams anstreben. Für den hart arbeitenden Harbaugh, der sich seine Erfolge stets erkämpfen musste, war dies aber kein Problem: Nach einem etwas holprigen Start gelang es Harbaugh, mit den Ravens vier Saisons in Folge mindestens neun Spiele pro Saison zu gewinnen. Dies führte zum Titelgewinn beim AFC Championship Game im Jahr 2012 sowie zum Gewinn des Super Bowls ebenfalls in der Saison 2012. Besonders pikant: Im Finale des Super Bowls standen die Baltimore Ravens den San Francisco 49ers gegenüber, die zu diesem Zeitpunkt von Harbaughs Bruder Jim gecoacht wurden.

Die Philosophie: Alles für das Team

Harbaugh wird von seinen Spielern und Kollegen respektiert, weil er sich seine heutige Position hart erarbeitet hat und in jungen Jahren auf der untersten Stufe der Karriereleiter anfing. Zudem ist es seine Bescheidenheit, die den Fans Bewunderung abringt: Bei Harbaugh geht es nicht um seinen Erfolg als Trainer, sondern um den Sieg der Mannschaft. Das Team zusammenzuhalten und gemeinsam Leistung zu erbringen, ist sein obersten Anliegen. Anders als Bill Belichick ist Harbaugh kein Genie, das mit überraschenden Entscheidungen auf sich aufmerksam macht. Er will, dass alle an einem Strang ziehen und sich gemeinsam motivieren. Nur so lassen sich seiner Meinung nach dauerhafte Erfolge erzielen.

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