Studio Ghibli

STUDIO GHIBLI - DAS RENNOMMIERTE ANIME-STUDIO

Ghibli ist das vielleicht renommierteste Anime-Studio Japans, gegründet von Hayao Miyazaki, der sich zwar offiziell zur Ruhe gesetzt hat, aber dennoch gelegentlich an Projekten arbeitet und Isao Takahata, der im April 2018 verstarb. Ghibli setzt im Gegensatz zu anderen Studios auf traditionelle Animationstechniken: Die Bilder werden von Hand gemalt und Computer nur zur Unterstützung, für den letzten Schliff herangezogen, wenn überhaupt.

Berühmt ist der Stil des Studios für seine Farbenpracht und den präzisen Einsatz von Licht. Seine Filme sind in Japan preisgekrönt, "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann 2002 sogar den Oscar als bester animierter Film.

Prinzession Mononoke
© Wild Bunch

Diese Ghibli-Filme sind absolute Anime-Klassiker:

Kikis kleiner Lieferservice (1989)

Einer der fröhlichsten Filme der Ghibli-Studios eröffnet unsere Reihe: Mit 13 Jahren verlässt die junge Hexe Kiki wie es die Tradition verlangt ihr Elternhaus, um einen Platz in der Welt zu finden. In einer mediterran anmutenden Stadt am Meer richtet sie sich ein und eröffnet in einer Bäckerei ihren "Hexenheimlieferservice" (so auch der Originaltitel und der des Kinderbuches, auf dem der Film lose basiert).

Doch… ihre Flugfähigkeiten scheinen nachzulassen und ihren schwarzen Kater, der sonst nie um einen sarkastischen Spruch verlegen war versteht sie plötzlich auch nicht mehr. Was geschieht mit ihr und ihren Kräften?

Prinzessin Mononoke (1995)

Zusammen mit "Nausicaa aus dem Tal der Winde" wohl der ernsteste Film Miyazakis: Ein Dorf des abgeschiedenen Volkes der Emishi wird von einem wahnsinnig gewordenen Gott angegriffen. Der junge Krieger Ashitaka kann ihn zwar besiegen, der sterbenden Gottes vergibt seinem Bezwinger nicht, und so ist Ashitaka nun verflucht – ein schwarzes Mal breitet sich an dem Arm aus, mit dem er den tödlichen Pfeil auf den Gott abschoss. Dies verleiht ihm zwar große Kräfte, doch bald wird der Fluch sich auf seinen ganzen Körper ausbreiten und ihn töten. Ashitaka reist in die Welt hinaus, um herauszufinden, was den Gott mit solchem Hass erfüllte.

Im Westen gerät er zwischen die Fronten zwischen den Bewohnern einer Stadt, deren Bewohner, um ihren dringend benötigten Lebensraum zu vergrößern, bereit sind, gegen Götter selbst zu kämpfen und dem Mädchen San. Sie wurde von riesenhaften Wolfsgöttern aufgezogen und will die Menschen vertreiben. Die Stadtbewohner nennen sie ehrfurchtsvoll die Prinzessin der Naturgeister: Prinzessin Mononoke. Ashitaka ist fasziniert von San…

Das wandelnde Schloss (2004)

Einen kleinen Rundflug über die Dächer der Stadt hatte Hutmacherin Sophie wohl kaum erwartet, als sie das Haus verließ, doch als ein paar Soldaten auf der Straße zudringlich wurden, kommt ihr plötzlich der Magier Howl zu Hilfe und schwebt mit ihr davon! Das erregt den Neid einer Hexe, die sie am gleichen Abend in eine alte Frau verwandelt. Sophie sucht das Schloss des Magiers, das auf mechanischen Hühnerbeinen durch die Einöde spaziert, auf und fängt dort als Haushälterin an.

Sie hofft, ihren Fluch brechen zu können, wenn sie hinter eines der bestgehüteten Geheimnisse des Magiers kommt und wird dabei hineingezogen in die große Politik, in der Länder Magier in ihren Dienst nehmen oder zwingen, um Krieg zu führen. Bald geht es nicht mehr nur darum, sich selbst zu retten, sondern auch diesen leichtsinnigen Magier und sein wandelndes Schloss. Der Film, eine Adaption des Romans "Howl's Moving Castle (Sophie im Schloss des Zauberers)" von Diana Wynne Jones, wurde 2005 für den Oscar nominiert.

Chihiros Reise ins Zauberland (2001)

Auf dem Weg in ihr neues Zuhause verfahren sich die Eltern der kleinen Chihiro und landen an einem Ort, den sie für einen bald öffnenden Vergnügungspark halten. An einer der Buden tun sie sich am köstlich duftenden Essen gütlich, während Chihiro mürrisch herumstreift. Sie begegnet einem Jungen, der sie entsetzt davor warnt, bei Einbruch der Dunkelheit noch hier zu sein, doch es ist zu spät: Die Sonne sinkt und die Gassen zwischen den Buden füllen sich mit schattenhaften Gestalten. Dies ist ein Ort für Geister und Götter, nicht für Menschen! Als Strafe dafür, dass sie das für Götter bereitgestellte Essen verschlungen haben, werden Chihiros Eltern zu Schweinen.

Der Junge – Haku sein Name – erklärt Chihiro die einzige Möglichkeit, wie sie hier ihre Gestalt behalten kann: Sie muss im Badehaus der Hexe Yubaba, die über diesen Ort herrscht, eine Anstellung finden. Die Verträge mit ihr aber haben den Haken, dass Yubaba dem Unterzeichner die Namen raubt. Chihiro verliert ein paar Schriftzeichen und wird zu Sen. Nun ist sie zwar fürs erste sicher, doch ohne ihren Namen kann sie weder ihre Eltern befreien noch in ihre Welt zurückkehren. Findet sie einen Ausweg? Was hat es mit diesem Jungen Haku auf sich? Und wer ist der seltsame durchsichtige, maskierte Gast, der sie stumm zu beobachten scheint? "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann unter dem internationalen Titel "Spirited Away" 2002 als erster und bisher einziger Anime den Oscar.